Blutzuckerkrankheit

Diabetes mellitus, auf deutsch auch Blutzuckerkrankheit genannt, gehört zu den bedeutendsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen und deren Folgen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Durchblutungsstörungen an Beinen und der Netzhaut der Augen wie der Nierenfunktionseinschränkung. Der Begriff umfasst verschiedene Störungen des Kohlenhydrat-Stoffwechsels, die zu erhöhten Blutzuckerwerten führen. 

 

Man unterscheidet dabei mehrere Formen:

Zum Typ 1-Diabetes zählen ca. 5% der Diabetiker. Bei dieser Form muss von Beginn an Insulin gespritzt werden. Der Diabetes Typ 2 stellt mit >90% die gößte Gruppe dar und wird anfangs meist diätetisch und mit Tabletten kontrolliert, bevor im späteren Verlauf der Behandlung häufig auch Insulin hinzugefügt werden muss. Die Bezeichnung "Diabetes Typ 3" fast unterschiedliche Ursachen mehrerer Diabetes-Formen zusammen. Dazu gehören beispielsweise eine funktionslose  Bauchspeicheldrüse (häufig bei langdauerndem Alkoholmissbrauch), Infektionen oder Chemikalien. Den sogenannten Schwangerschaftsdiabetes (auch Gestationsdiabetes) nennt man Diabetes Typ 4.

So verarbeitet der gesunde Körper den Zucker aus der Nahrung

  • Die Kohlenhydrate aus der Nahrung werden im Dünndarm in Glukosebausteine (Trauben­zucker) aufgespalten.
  • Über die Blutbahn gelangen diese Zucker­bausteine in die Leber und werden hier teil­weise als Glykogen gespeichert.
  • Bei Energiebedarf wird der Zucker wieder über die Blutbahn in Muskel­ und Fettzellen des Körpers transportiert.
  • In der Bauchspeicheldrüse wird das Hormon Insulin gebildet. Es wirkt als eine Art Tür­öffner an den Zellen. Nur mithilfe des Insu­lins  können die Körperzellen den Zucker aus der Blutbahn aufnehmen.

Was ist ein Typ-2-Diabetes?

  • Eine erbliche Veranlagung, Übergewicht, falsche Ernährung, zu wenig Bewegung und viele weitere Faktoren können zu einer Insulinresistenz führen. Dies bedeutet, dass das Insulin an seiner Zielzelle nicht mehr wirkt. So gelangt zu wenig Zucker aus dem Blut in die Zellen.
  • Um diese Unempfindlichkeit der Zellen auszugleichen, produzieren die Betazellen der Bauchspeicheldrüse zunächst immer mehr Insulin.
  • Irgendwann ist die Insulinproduktion der Betazellen erschöpft. Doch je weniger Insulin zur Verfügung steht, desto weniger Zucker kann in die Zellen eintreten. Die Folge: Der Zuckergehalt im Blut steigt an.
  • Erhöhte Blutzuckerspiegel schädigen auf Dauer viele Organe, z. B. Augen, Nieren, Nerven, aber auch Herz und Gefäße. Häufige Folgen sind: Blut­hochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, Impotenz, Beinschmerzen, offene Füße, Erblindung, Dialyse. 

Übrigens:

  • 95% der Diabetiker haben einen Typ­2-­Diabetes.
  • Der Typ­2­-Diabetes wurde häufig auch als Altersdiabetes bezeichnet.
  • Es gibt auch einen Typ­1-­Diabetes. Dieser tritt meist schon in jungen Jahren auf. Beim Typ­1­-Diabetes greifen körperei­gene Abwehrstoffe die Insulin bildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse an und zerstören diese. Typ­1­-Diabetiker müssen immer mit Insulin behandelt werden.

 

Diese Kontrolluntersuchungen sind wichtig:

Vierteljährlich:

  • Bestimmung von Blutzucker (bei Isulinpflichtigkeit evtl. häufigere Selbst­messung) und HbA1c­Wert
  • Blutdruckkontrolle (evtl. häufigere Selbstmessung)
  • Gewichtskontrolle
  • Fußinspektion (Druckstellen? Nervenschädigungen?). Neurologische Untersuchung der Füße

Jährlich: 

  • Urintest auf Eiweiß (Nierenfunktion?)
  • Bestimmung der Blutfette
  • Augenuntersuchung (Kontrolle der Netzhaut)
  • Grippeschutzimpfung (im Herbst)

Unter bestimmten Umständen können auch andere Zeitabstände sinnvoll sein, die Ihr Arzt dann individuell festlegt:

  • EKG
  • Ultraschalldoppler (Durchblutung der großen Beingefäße? Arterielle Verschlusskrankheit?)
 
Gesunde Ernährung, viel Bewegung und die richtigen Informationen helfen bei der Blutzuckersenkung.
 
Ziel der Behandlung bei Typ­2-­Diabetes ist es, die Wirkung des körper­eigenen Insulins wiederherzustellen. Zur Behandlung werden eingesetzt: Gesunde Ernährung, Bewegung, Blutzucker senkende Tabletten und/oder Insulin. Sie selbst können viel dazu beitragen, dass eine Diabetestherapie erfolgreich ist bzw. dass ein Typ­2-­Diabetes erst gar nicht auftritt:
 
  • Beachten Sie unsere allgemeinen Ernährungstipps hier.
  • Rauchen Sie nicht.
  • Trinken Sie wenig Alkohol.
  • Ideale Durstlöscher sind Mineralwasser und ungesüßte Tees.
  • Um an Gewicht zu verlieren, kommen Sie um eine Reduktionsdiät nicht herum.
  • Wenn Sie außerdem 3 x pro Woche Sport treiben (sodass Sie leicht ins Schwitzen kommen), nehmen Sie ab und trainieren gleichzeitig Herz und Kreislauf.
  • Wenn Ihnen das zu anstrengend ist, gehen Sie jeden Tag eine halbe Stunde flott spazieren, mindestens jedoch 5 x 30 Minuten pro Woche.
  • Nehmen Sie an einer Diabetiker-­Schulung teil. Hier lernen Sie viel über Ihre Erkrankung und können offene Fragen klären.
  • Nehmen Sie regelmäßig Ihre vom Arzt verschriebenen Medikamente ein. Informieren Sie Ihren Hausarzt, bevor Sie weitere Präparate einnehmen, da sich die Medikamente gegenseitig beeinflussen können. 

 

Sportarten, die sich besonders für Typ-2-Diabetiker eignen:

  • Radfahren
  • Gymnastik
  • Wandern, Walking, Nordic Walking, Schnelles Spazierengehen
  • Schwimmen
  • Sportliches Tanzen

 

Übrigens:

  • Je mehr Übergewicht Sie haben, desto unempfindlicher werden die Zellen gegenüber dem Insulin.
  • Wissenswertes zur Gewichtsreduktion: 1 g Fett (9,3 kcal/g) liefert mehr als doppelt so viel Energie wie 1 g Kohlen­hydrate (4,1 kcal/g).
  • Ein Maß zur Bewertung von Übergewicht ist z.B. der Body-­Mass-­Index (BMI). Bei Normalgewichtigen liegt er zwischen 19 und 25 kg/m2.
  • Ein Hund ist ein guter und zuverlässiger Trainingspartner.